Falsche oder fehlende Winterreifen bei Elektro-Dienstwagen sind kein Bagatelldelikt, sondern ein ernsthaftes Haftungs-, Versicherungs- und Compliance-Risiko.
Kommt es bei winterlichen Straßenverhältnissen zu einem Unfall, können Fahrer, Arbeitgeber und Fuhrparkverantwortliche gleichzeitig in die Haftung geraten. Dieser Artikel erklärt klar und praxisnah, wer bei falscher Bereifung haftet, welche Pflichten Unternehmen haben und wie sich Haftungsrisiken im Elektro-Fuhrpark vermeiden lassen.
Wann liegt „falsche Bereifung“ rechtlich vor?
Grundlage ist die situative Winterreifenpflicht (§ 2 Abs. 3a StVO). Sie gilt uneingeschränkt für Elektro-Dienstwagen.
Falsche Bereifung liegt vor, wenn:
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bei Schnee, Eis, Glätte oder Schneematsch keine Winterreifen montiert sind
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Reifen kein Alpine-Symbol (3PMSF) tragen
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Reifen nicht für das Fahrzeug freigegeben sind (Last-/Geschwindigkeitsindex)
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stark abgefahrene Winterreifen genutzt werden
❌ M+S-Kennzeichnung allein reicht nicht mehr aus.
Haftung des Fahrers bei falscher Winterbereifung
Der Fahrer trägt eine unmittelbare Verantwortung für den Zustand des Fahrzeugs.
Mögliche Konsequenzen:
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Bußgeld ab 60 €
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1 Punkt in Flensburg
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Mithaftung oder volle Haftung bei Unfällen
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Kürzungen bei Voll- oder Teilkasko möglich
👉 Auch bei einem Dienstwagen schützt der Arbeitgeber den Fahrer nicht automatisch vor Haftung.
Arbeitgeberhaftung: Das oft unterschätzte Risiko
Viele Unternehmen gehen davon aus, dass die Verantwortung allein beim Fahrer liegt – das ist falsch.
Arbeitgeber haften, wenn:
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keine klare Winterreifenregelung existiert
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Fahrzeuge ohne Kontrolle überlassen werden
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falsche oder ungeeignete Reifen beschafft wurden
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die Organisation des Reifenwechsels mangelhaft ist
Rechtlich relevant:
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Organisationsverschulden
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mögliche Regressforderungen von Versicherungen
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Haftung von Fuhrparkleitern und Geschäftsführung
➡️ Bei Elektro-Dienstwagen steigt das Risiko, da falsche Reifen schneller verschleißen oder überlastet sind.
Besonderheiten bei Elektro-Dienstwagen
Elektroautos verschärfen das Haftungsrisiko bei falscher Bereifung.
Technische Faktoren:
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höheres Fahrzeuggewicht durch Batterie
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höheres Drehmoment
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höhere Belastung von Reifen und Felgen
Folge:
Nicht geeignete Winterreifen können:
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schneller versagen
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Traktionsverluste verursachen
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Assistenzsysteme negativ beeinflussen
👉 Ein „irgendein Winterreifen“ reicht bei Elektroautos nicht aus.
Versicherung & Schadenregulierung
Im Schadenfall prüfen Versicherungen sehr genau:
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war ein 3PMSF-Winterreifen montiert?
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war der Lastindex korrekt?
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war der Reifen verkehrssicher?
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lag ein Organisationsversagen des Arbeitgebers vor?
❗ Ergebnis kann sein:
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Leistungskürzungen
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Regress gegen Fahrer oder Unternehmen
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Probleme bei der Schadenabwicklung
Wie Unternehmen Haftungsrisiken vermeiden
Best Practices für Elektro-Dienstwagen:
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Zentrale Winterreifenstrategie
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Einheitliche, E-Auto-freigegebene Winterkompletträder
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Dokumentation von Reifenwechseln
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Klare Dienstwagenrichtlinie zur Winterbereifung
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Keine Eigenverantwortung des Fahrers bei Reifenwahl
Persönliche Beratung – Winterkompletträder
Für eine persönliche Beratung kontaktieren Sie uns unter:
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Kosten vs. Risiko: Eine klare Rechnung
Die Einsparung bei günstigen oder falschen Reifen steht in keinem Verhältnis zu den Risiken:
| Risiko | Mögliche Folgen |
|---|---|
| Unfall mit falscher Bereifung | Haftung, Regress, Imageschaden |
| Versicherungsprobleme | hohe Eigenkosten |
| Stillstand von Fahrzeugen | Produktivitätsverlust |
| ESG- & Compliance-Verstöße | Reputationsschäden |
👉 Die richtige Winterbereifung ist günstiger als jede Haftungsfolge.
Fazit
Bei Elektro-Dienstwagen gilt:
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❄️ Winterreifen sind gesetzlich Pflicht
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⚠️ Falsche Bereifung führt zu realen Haftungsrisiken
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🧾 Arbeitgeber tragen Organisationsverantwortung
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🚗 Elektroautos erhöhen die technischen Anforderungen
Unternehmen, die Winterreifen strategisch und zentral organisieren, schützen Fahrer, Flotte und Management.


